Xyris hat geschrieben: 24.07.2026, 18:08Die klassischen Long Runs und MLR sehe ich hier deshalb nicht unbedingt als eigentliche Lösung. Die verbessern zwar die allgemeine muskuläre Ausdauer, aber dein Problem scheint eher die
spezifische Ermüdungsresistenz bei Marathonpace zu sein. Da würde ich eher an Einheiten denken, die MRT unter Vorermüdung trainieren.
Ich sehe die MLRs etc. auch nicht als Lösung meines speziellen Problems. Tempoläufe (seit es nun MRT oder auch schneller) mit möglichst hoher Vorermüdung erachte ich als ziemlich wichtig für mich. Die versuche ich ja auch durchaus zumindest halbwegs regelmäßig irgendwie zu machen. Ist aber leider in der Praxis gar nicht so einfach das irgendwie sinnvoll ins Treaining zu integrieren, da z.B. ziemlich zeitaufwendig, das restliche Training massiv drunter leider, und mit erhöhte Verletzungsgefahr. Und ja, zu guter Letzt, weil es einfach keinen Spaß macht sich regelmäßig "zu Grunde zu laufen".
Und auch wenn MLRs & co. eben grade nicht an meinen spezifischen Schwächen arbeiten, so ein bisschen an seinen Staärken arbeiten ist ja trotzdem nicht falsch. Auch wenn ein in die Höhe schießender VDOT jetzt nur einen recht eingeschränkten Nutzen bei mir hat, schaden kann er ja trotzdem nicht.
Xyris hat geschrieben: 24.07.2026, 18:08Ich würde mir daher mal anschauen, wie sich deine Laufmetriken ab km 30–35 verändern. Nimmt die Schrittfrequenz ab? Wird die Schrittlänge kürzer? Steigt die BKZ? Das könnte Hinweise geben, wo das eigentliche Problem liegt.
Die Schrittfrequenz bleibt nahezu identisch, aber ist eben mit so 160-162spm von Anfang an äußerst unterdurchschnittlich. (Generell ist meine Schrittfrequenz nahezu konstant, zwischen regenerativen Traben und 5k-RT liegen vielleicht 5 spm) Schrittlänge wird dann mit sinkender Pace (und nachlassender Kraft) logischerweise immer kleiner. Bodenkontaktzeit minimal höher, aber das wird sich durch das geringe Tempo wohl fast automatisch ergeben.
Xyris hat geschrieben: 24.07.2026, 18:08Und ganz ehrlich: Vielleicht ist der Marathon einfach nicht deine Paradedisziplin.

Definitiv. Ich sage ja immer, Halbmarathon ist von den klassischen Distanzen mit Abstand meine Beste. Langsam genug dass ich das Tempo vom Bewegungsablauf sinnvoll hin bekommen, und kurz genug dass meine Muskulatur das bis zum Ende durchhält.
Aber nur weil der Marathon nicht meine Paradedisziplin ist, bedeutet das ja nicht, dass er mir nicht trotzdem Spaß machen kann und ich eben versuche das beste draus zu machen.

Ich habe mich mit de Problematik und meinen Defiziten ja auch abgefunden und beschwere mich gar nicht. Sondern ich versuche ganz neutral zu beschreiben, warum (aus meiner Sicht) bei mir die DInge so sind, wie sie eben sind.
Dude77 hat geschrieben: 24.07.2026, 18:32
(...) und zu früh gepeaked.
Letzteres ist aus meiner Sicht der einzige Stolperstein, der jetzt für Berlin vor dir liegt.
Ich würde sagen es ist verdammt schwer einen für sich sehr zufriedenstellenden Marathon zu laufen, wenn die Form schon seit Wochen eher runter geht.
Ohne dieses Fass jetzt erneut aufmachen zu wollen, und beim vollen Bewusstsein dass viele das hier fundamental anders sehen:
Die "Frühform" Baustelle habe
ich bei mir so niemals gesehen. Ich habe den Eindruck dass ich Trainingsreize generell sehr träge verarbeite, und dieses "1-2 Kerneinheiten bolzen, damit in Topform kommen, und 1-2 später dann kompletter Zusammenbruch der Form", was bei einigen Läufern ja unbestreitbar der Fall ist, sehe ich bei mir kein bisschen. Und ich hatte auch niemals den Eindruck, dass ich während der Marathonvorbereitung an Form verliere und früher in der Vorbereitung einen besseren Marathon gelaufen wäre.
Ich tue mir mit diesem "irgendwelche Kern-QTEs sind gut gelaufen, also Formpeak" und "Marathon dann minimal unter Erwartungen, also Formeinbruch" schwer. Nur weil man z.B. im Training das MRT für 20km laufen kann, bedeutet dass eben doch noch nicht zwangsweise, dass man das dann am Ende über die 42km laufen kann. Und wenn ich im Marathon das Tempo dann für 35km halte und am Ende etwas einbreche, war das am Ende immer noch eine signifikant stärkere Leistung als die Trainings-QTE.

Oder anders formuliert, ich bin überzeugt dass ich am Tag das Marathons stets jede einzelne Trainingseinheit der Vorbereitung so auch hätte laufen können. Und somit nicht wirklich schlechter in Form gewesen sein kann.