JoelH hat geschrieben: 23.06.2026, 10:51
Wenn ich überlebe, werde ich berichten. Wenn nicht, dann nicht.
Habe überlebt. Das ist die gute Nachricht. Und alle anderen auch. Die Strecke war super mit Wasser versorgt. Und die Leute wussten, was sie da taten. Alle.
Ansonsten eine ganz neue Erfahrung auf die ich keinen Bock habe. Bin ja sowieso kein Sonnenanbeter, aber das war richtig krass. Erster Marathon in 5:55 und das war schon ziemlich am Limit. Zweiter Marathon nach 11:55. Und besser wurde es nicht mehr. Musste viele, lange Pausen machen. Selbst in der Nacht war es an die dreissig Grad (aber gefühlt fast kühl), bis die Gewitter kamen. Also wurde das Rennen um viertel nach drei unterbrochen. Da war ich gerade bei 99,7 km. Also völlig gebrauchter Tag. Aber das ging allen so, von daher will ich nicht meckern.
Insgesamt war das Rennen dann für ca. 2:30 Std. unterbrochen. Aber da das nicht abzusehen war, hab ich einen längeren Nachbreak im Bett gemacht und bin erst für die letzten ca. 3:15 Std. auf die Strecke zurück. Da wurde es schon wieder heiss. Aber die Pause tat gut, ich hatte zwar keine Ambitionen, aber hab dann immer mal wieder den Schalter umgelegt bekommen für einige Kilometer. So bin ich im Windschatten von Hendrik Boury (Deutscher Backyard-Rekordler mit 100 Yards) 4 km mit 5:15er Pace gelaufen, so bei km 110. Das ging schon. Auch wenn es hart war. Und er das dann noch etwas länger gelaufen ist. Aber immer wenn ich alleine war, dann war der Stecker gezogen. Ich muss mir also irgendwann mal einen persönlichen Pacer gönnen. Das hat beim Mauerweg hervorragend funktioniert. Dann kann ich abschalten und muss einfach nur eine vorgegebene Pace laufen. Der Körper kann das, überraschenderweise, aber der Kopf verliert gerne den Fokus und suhlt sich lieber in Selbstmitleid.
So auch in der letzten halben Stunde. Eigentlich wollte ich da noch zwei Runden machen und gemütlich austrudeln. Aber was ist, es sind beim (letzten) Zieldurchgang noch 8 Minuten irgendwas Zeit. Meine durchschnittlichen Rundenzeiten hätten eher nicht für noch eine genügt. Aber was ist. Mein Berliner-Kumpel Jörn läuft gerade an mir vorbei und klopft mir auf die Schulter. "Auf gehts, Endspurt". Also nochmal hochbeschleunigt, 1,34 km bei km 123,4 in einer 4:36er Pace angerissen, die Runde in 6:06 gestoppt und dann hatte ich tatsächlich noch Zeit die 125 km vollzumachen. Hätte ich zwei Stunden vorher als illusorisch betrachetet. Aber so wurden es 125,064 km.
Ansonsten wieder ganz viele tolle Gespräche gehabt, ist einfach ein lustiges Völkchen, welches sich da alljährlich einfindet.