Route du Vin Halbmarathon
Ursprüngliche Ziel des Trainingsblocks war Sub 1:20. Im Laufe der Vorbereitung hat einiges aber darauf hingedeutet, dass die HMP bei 3:45/km liegen könnte. Daher hatte ich an einem guten Tag auch Sub 1:19 im Auge.
Daher der Rennplan: Die ersten km bewusst etwas defensiver mit ungefähr 3:45–3:47/km. Wenn es gut läuft, anschließend langsam Richtung 3:43–3:45 und ab km 10 zunehmend nach Gefühl.
Somit Sub 1:20 auch an nem schlechten Tag hoffentlich gut machbar, aber gleichzeitig die Chance auf Sub 1:19.
Organisation vor Ort insgesamt sehr gut. Einzig die Laufrichtung war mir zunächst nicht ganz klar, hat sich dann aber schnell geklärt. Vom Start in Remich geht es zunächst Richtung Süden. Die ersten Kilometer dabei ganz leicht bergauf. Nach ungefähr 7 km die erste Wende, dann zurück durch den Start-/Zielbereich und weiter in die andere Richtung. Bei ungefähr km 17,5 die zweite Wende und von dort die letzten gut 3,5 km zurück ins Ziel.
Zum Rennen:
Vor dem Start ein halbes Koffein-Gel mit etwa 20g KH. Mit dem ganzen Gel hatte ich zuletzt im Training Probleme.
Start war gut und kontrolliert. Nach 100–200 m hat sich das Feld sortiert und man kann sein Tempo laufen.
Nach 1–2 km bilden sich langsam Gruppen. Vor mir eine ziemlich große Gruppe mit vielleicht 20 Leuten. Ich merke allerdings, dass die etwas schneller läuft als meine anvisierten 3:45.
Zwei Luxemburger unterhalten sich kurz: „Do vir ass e Bus. Komm, mir kréien nach eng Plaz.“
Ich entscheide mich gegen einen Platz im Bus und laufe mein eigenes Tempo.
Die ersten vier Kilometer entsprechend kontrolliert mit ungefähr 3:47/km. Es läuft gut und das Tempo fühlt sich gut an. Km 5–7 dann ungefähr 3:46/km.
An der ersten Wende habe ich zunehmend das Gefühl: Das könnte heute ein guter Tag werden. Dazu geht es auf dem Rückweg jetzt minimal bergab. Also das Tempo etwas anziehen. Km 8–10 ungefähr 3:44/km.
Bei km 10 das erste Gel und Wasser. Auch hier bewusst nicht komplett ausgequetscht, ungefähr 35 g KH.
Mittlerweile entscheide ich mich mehr und mehr, nicht mehr auf die ursprünglich geplante Pace zu schauen, sondern nach Gefühl zu laufen. Km 11–13 etwa 3:42/km.
Und langsam beginnt der spaßige Teil: Leute einsammeln. Immer wieder den nächsten vor mir anschauen, langsam näherkommen, überholen. Dann den nächsten.
Zurück durch den Start-/Zielbereich. Gute Stimmung und weiter Leute einsammeln.
Mittlerweile ist ziemlich klar: Heute läuft es. Km 14–15 ungefähr 3:40/km. Bei km 15 das zweite Gel. Diesmal wieder nur eine halbe Portion. Km 16–18 weiter ungefähr 3:40/km.
Kurz vor der zweiten Wende (ca. km 17,5) überhole ich einen Läufer. Der merkt offenbar auch, dass es bei mir gerade ziemlich gut läuft, mobilisiert nochmal alle Kräfte und läuft ungefähr 200 m hinter mir her. Dabei feuert er mich die ganze Zeit an.
Leider die Startnummer nicht gemerkt, aber: Danke!
Dann die Wende. Jetzt noch gut 3,5 km. Zähne zusammenbeißen und zurück nach Remich. Mittlerweile weiß ich: Wenn nichts mehr passiert, wird das eine super Zeit. Km 19 ~3:39, km 20 ~3:41.
Und dann Endspurt. Letzter voller Kilometer ungefähr 3:33/km.
1:18:28. Wahnsinn. Mega happy
Insgesamt kann ich den Route du Vin wirklich empfehlen. Sehr gut organisiert und eine schnelle Strecke. Auch für Zuschauer ist das Rennen super: Durch die Wendepunktstrecke und den mehrfachen Durchlauf durch Remich bekommt man die Läufer mehrmals zu sehen.
Im Start-/Zielbereich gibt es außerdem viele Bierzeltgarnituren zum Sitzen sowie Essen und Getränke zu kaufen. Man kann es sich dort also auch als Begleitung ziemlich gemütlich machen und muss nicht nur 80 Minuten irgendwo am Straßenrand stehen.
Danke auch für die weiteren Berichte des Wochenendes. Berlin scheint ja ein hartes Pflaster gewesen zu sein.
Und danke auch für die Tipps die letzten Wochen, das Fine Tuning am Ende hat auch sich auch sehr gut angefühlt.
@Steffen42 Natürlich mit meiner AWU3 (aber ohne dem Update von vor 2 Wochen. Sowas mag ich dann doch nicht)
@RunODW Die Zeichen sehen ja gut für FFM aus. Da bin ich schon gespannt.