Bewapo hat geschrieben: 11.01.2026, 19:25
Uwe2468 hat geschrieben: 11.01.2026, 16:18
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Hinzu kommt, dass alle Einheiten – auch die langen – morgens nüchtern erfolgen. Eventuell sollte ich mir überlegen, meine Strategie zu ändern. Da sieht man wieder, was vier Tage ohne Training ausmachen können. Oder bewirkt die Mitochondrien-Strategie gar keine Steigerung, sondern eher einen Leistungsverlust? Ich bin gespannt, wie das ausgeht.
Ist das Teil der sog. Mitochondrein-Strategie? Ausschließlich Nüchtern-Läufe für Hobbysportler klingt für mich irgendwie ziemlich "Outdatet", um ehrlich zu sein!
Es ist schon etwas komplexer, aber im Kern geht es um eine Form der Glykogen-Periodisierung („train low – train high“).
Die Idee, vor intensiven Einheiten gezielt Kohlenhydrate zuzuführen, aber vor lockeren bzw. langen Läufen die Glykogenspeicher bewusst nicht vollständig aufzufüllen, um bestimmte metabolische Anpassungen zu fördern, ist ja grundsätzlich richtig.
Niedrige Leber- und Muskelglykogenspeicher verstärken die Aktivierung von AMPK und PGC-1α und können dadurch die mitochondriale Anpassung begünstigen. Problematisch wird es eher, wenn das zu pauschal umgesetzt wird. Haust du dir an harten Tagen sehr hohe Mengen Kohlenhydrate rein, sind die Speicher halt oft auch an den Folgetagen noch gut gefüllt – dann hast du schlicht keinen „Low“-Reiz mehr.
Für einen Low-Status braucht man aber nicht zwingend Nüchternläufe. Auch mit einem protein- und fettreichen, kohlenhydratarmen Frühstück lassen sich Insulinspiegel und Glykogenverfügbarkeit niedrig halten, ohne dem Körper Energie vorzuenthalten. Das ist für uns Hobbysportler oft praktikabler und stressärmer als konsequente Nüchternläufe.
Von der Idee her finde ich den Ansatz durchaus sinnvoll, allerdings ist er mir insgesamt zu generisch. Das war auch ein Grund, warum ich den Ernährungszusatzplan, den ich mir aus Neugier selbst vor ein paar Jahren mal bestellt hatte, wieder abbestellt habe. Ohne Anpassung an Trainingsstand, Belastung und individuelle Verträglichkeit wird sicher nicht jeder davon profitieren. Die beworbenen Nahrungsergänzungsmittel halte ich zudem für vollkommen entbehrlich – der entscheidende Faktor ist das Timing der Kohlenhydrate, nicht spezielle Produkte.
Insofern ist das Konzept nicht wirklich „outdated“, weil es nicht ausschließlich auf Nüchternläufe setzt.