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Joels Daily Challenge - Streakrunning

Re: Joels Daily Challenge - Streakrunning

1701
Heute ist Aufbautag, also heute Abend. Natürlich ist Sturm angesagt, Hitze, Gewitter - was habe ich dem Wettergott nur getan?

Ich bin nervös, das muss ich zugeben. Ich habe keine Ahnung wie es laufen wird. Ich denke ich bin vorbereitet. Aber den lieben, langen Tag durch die Hitze zu laufen saugt einfach Energie. Ich hoffe sie wird am Ende nicht fehlen. Wir werden sehen, ich werde berichten.
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Aufgegeben.

1702
Körper siegt über Kopf.

Ich habe mein Ziel nicht erreicht. Die Hitze hat mich am Ende niedergestreckt. Der Kopf hat sich vehement dagegen gewehrt nochmal auf die Strecke zu gehen, obwohl der Körper gerade eine 49 Minuten Runde mit dem letzten Kilometer in einer 5:30er Pace absolvierte und damit ca. 176 km voll machte.

Mein Kopf wollte mir nicht mehr gestatten eine weiteren Yard in Angriff zu nehmen. Ich hatte genug. Ich wollte schon eine Runde vorher aufgeben, aber da hat mir meine Holde in den Hintern getreten und mich auf die Reise gezwungen. Aber nach 26 Yards war es gut.

Offiziell 174,34 km bin ich gelaufen. 25 zu wenig, aber ich bin trotzdem Stolz, das Wetter war unglaublich warm, selbst in der Nacht war es nicht wirklich kühl. Ich habe 12l Wasser und 2l Cola verbraucht. Dazu noch weiteres Wasser aus dem allgemeinen Spender. Das sagt vieles, denke ich.

Bin ich jetzt gescheitert? Ich denke nicht. Ich konnte mich schlicht nicht mehr überwinden, wieder in die Hitze hinaus, wieder 6,706 km überwinden versuchen. Wieder nicht wissen ob man noch laufen kann oder ob die Leere im Körper die Oberhand gewinnt und man zu spät ins Ziel kommt. Es war eine Art panische Verzweiflung die in meinem Kopf stattfand, wenn ich nur daran dachte weiterlaufen zu wollen. Und ich hatte keine mentale Kraft mehr diese zu parieren.

Das Gute, an mentalen Sachen kann man arbeiten. Ich werde die 200km nicht aus dem Auge verlieren, ich war so nah dran. Das wird schon klappen.

Aber zum Rennen selbst, es waren Temperaturen deutlich über 30°C und auf der Laufbahn, wo das Camp stand saugte der Tartanboden die Hitze nur so auf um sie kontinuierlich, auch in der Nacht, wieder loszuwerden. Es war ein Backofen. Die Strecke dagegen war viel Schatten, aber ein paar Passagen waren in der Sonne und das war nicht schön.


Die ersten 60 km bin ich ziemlich konsequent durchgelaufen. Danach ging es auf die Nachtstrecke und hier bot es sich einfach an die Strecke etwas zu dritteln. Also bin ich dazu übergegangen die ersten 3 Kilometer zu laufen, dann einen zu gehen und die restlichen 2,7 km wieder zu laufen. Das war sehr angenehm und das habe ich dann die Nach mehr oder weniger durchgezogen. Immer noch mit einem relativ konstant hohen Tempo, für einen Backyard. Aber ich mag die Pausenzeit, habe ich zu große Probleme wieder loszulaufen. Daran scheitern viele. Was nicht heißt, dass es mir nicht auch weh tut, irgendwann.

Unterwegs gab es natürlich sehr viel Zeit zum Quatschen und davon habe ich auch viel gebrauch gemacht. Aber ich habe auch gerne Runden alleine absolviert, einfach um den Kopf etwas frei zu bekommen.

Leider hatte ich wieder etwas Probleme mit dem Essen zu mir nehmen, nachdem Gels irgendwann ekelig wurden. Daran sollte ich auch arbeiten, aber wie übt man 10.000 Kcal zu sich zu nehmen, in 24 Stunden? Das ist gar nicht so einfach. Auf jeden Fall machte ich dann eine Nachtrunde, die um Kilometer 100 rum, mit etwas Speed. Pace der Runde 5:12 mit einem schnellsten Kilometer in 4:30. Ich sag ja, am Körper hat es nicht gelegen.
Dieser jugendliche Wahnsinnsleichtsinn rächte sich natürlich. Denn die Nudeln und die Cola danach kamen umgehend wieder zurück. Dafür konnte ich nun wieder Gels nutzen. :hihi:

Allerdings war es dann ein dauerhafter Ritt auf der Rasierklinge. Jede Runde spürte ich aufkommenden Hunger. Gel, Katjes und Cola waren die Antwort. Feste Nahrung ging leider nicht.


Die Taktik für die Tagrunde modifizierte ich dann etwas. Ich lief bis km 1,7, wanderte die sichtbare Steigung von 2hm (maximal) die 200m lang war, rannte bis km 2,2 um dann weitere 300m zu walken. Dann kam der schöne Part der Runde, mit einem Gefälle und einer Rückenwindpassage. Diese wollte ich nicht mit gehen verbringen, deshalb die Taktikumstellung. Lief wieder bis km 5, wanderte 500 Meter übers sonnige Hitzefeld und dann den letzten Kilometer wieder zu laufen.

Und so erreichten wir die 24 Stunden Marke.
Es war wieder Mittag es war wieder die Sonne da und ich war fertig, fast. Immerhin gingen ja noch zwei Runden. Also insgesamt 26. Von den angepeilten 30. Aber die schaffe ich auch noch. Das blöde ist halt, dass man immer so einen langen Anlauf nehmen muss.

Emotional gebeutelt, mit feuchten Augen läutete ich die Glocke zur Aufgabe. Und ich bekomme jetzt noch Gänsehaut wenn ich nur davon schreibe. Es war bitter, aber in diesem Moment war es richtig, sagt mein Kopf. Ich hatte in diesem Moment den mentalen Battle gegen mich selbst verloren.

Aber ich habe die Top-10 erreicht, bei 72 Startern die alle richtig was drauf hatten. Das ist schon richtig gut. Der Sieg ging bei 45 Yards weg. Es hat wieder unfassbar viel Spaß gemacht und ich habe wieder kann tolle nette Leute getroffen. Alle im Camp haben sich gegenseitig unterstützt, es ist dort immer wieder eine ganz tolle Atmosphäre. Eine Zeltstadt für zwei Tage, wo sich Gleichgesinnte treffen um eine ganz eigene Art von Party zu feiern. Und jeder kann mitmachen.
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Nebengeschichte

1703
Noch eine kleine Anekdote, die mir gerade eingefallen ist.

Unterwegs kamen wir zum Thema Puls :hihi: und haben uns über die Zone-2-Influencer etc. amüsiert.

Wie man auf obigem Bild sehen kann, meine durchschnittliche Wettkampf-HF lag bei 100. Wenn ich die Sprintrunde nicht gelaufen wäre, dann wäre sie sogar zweistellig.

Früher bin ich sub2 HMs mit 100er HF gelaufen. Heute sinds vielleicht 102-105, je nach Wetter.

Dazu habe ich bei einigen Teilen aus Spass Nasenatmung betrieben. Dabei kam mir meist @bones in den Sinn :hallo: Ich gestehe ich schaffte keine Runde komplett in Nasenatmung, aber weite Teile durchaus, meist hab ich es einfach vergessen und dann spontan durch den Mund geatmet :rolleyes:

Und so haben wir unterwegs etwas rumgesponnen wieviel Hate man sich in der Insta-Läufer-Bubble wohl zuziehen kann, wenn man sub100 Puls für einen sub2 HM generieren kann und dabei noch Nasenatmung ins Spiel bringt? :rock2: :donotfeedthetrolls: :party:

Und dies als normal verkauft. :prost3: :teufel:
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Re: Joels Daily Challenge - Streakrunning

1704
Hallo Jonas,

hat dir Michael nicht eindringlich genug gesagt: https://www.youtube.com/watch?v=_93BpC0vEwk Gestorben wird auf der Strecke :prof: :wink: Ich finde mit deiner Leistung kannst du sehr zufrieden sein, ein Backyard endet immer mit einem Fragezeichen bei der Frage, ob man seinem Körper wirklich alle abverlangt hat, wozu er imstande ist - oder nur das wozu er bereit ist. Ich bin in Kandel mehrmals gestartet, im Maximum habe ich 27 Loops geschafft. Nur 1-mal habe ich kurz nach dem Start in eine neue Runde, auf der Strecke abgebrochen. Auch da habe ich mich hinterher gefragt, hättest du nicht weiterlaufen sollen, und die Uhr entscheiden lassen - und nicht deinen Kopf. Also, soweit hatte ich meinen Schweinehund, respektive Teufelchen im Ohr, leider nicht im Griff. Ich habe ja die Anfangsjahre der Backyard-Euphorie mitgemacht (bei Michas 1. BBU dabei, der m. W, der erste offizielle in Deutschland war), es hat mir viel Spaß gemacht die Entwicklung zu immer neuen Höchstleistungen mitzuverfolgen. Zwischenzeitlich sehe ich für mich das Vergnügen eher woanders, da geht es mir wie Danny Hernes. Sein Insta Post hat ja auch einige getriggert aus der Backyard Szene. Erhol dich gut, vielleicht sehen wir uns mal an einer Startlinie, damals in Berlin beim Mauerweg hab ich es versäumt dich kennenzulernen.
17.05. Halbtraum 57k1700h
23.05. Naswut 60 k 08:40
13.06. Rutesheim 04:53:33
19.06. Sommernachtstraum 83k2800h 18:51:00
18.07. 24 h Dettenhausen 100,8 km in 15h
26.07. RH1000 45k 06:10:17
15.08. 100 Meilen Berlin 28:43:20

Re: Joels Daily Challenge - Streakrunning

1705
schauläufer hat geschrieben: 04.08.2026, 13:21 Zwischenzeitlich sehe ich für mich das Vergnügen eher woanders, da geht es mir wie Danny Hernes. Sein Insta Post hat ja auch einige getriggert aus der Backyard Szene.
Ich verstehe Daniel total, das Anlaufen ist mit jeder Stunde eine härtere Qual. Die Zwangspause ist auch nicht jedem sein Ding, gerade wenn es läuft, will man nicht anhalten und wenn es nicht läuft, dann will man nicht loslaufen müssen. Aber das sind eben die besonderen Regeln, die den Backyard ausmachen. Was ich nicht verstehe war das Ding mit dem Asphalt, in der Tat ist die Nachrunde asphaltiert. Aber das ist ja nur die "halbe" Wahrheit, die andere Halbe ist Wald. Da zu sagen man habe sich das anders vorgestellt. Naja, hätte man wissen können ein Blick in Google-Maps hätte genügt.

Was ich schade fand, war, dass er die ganze Zeit mit Knöpfen im Ohr rumgelaufen ist. Klar, kann jeder machen wie er will, aber umgänglich ist anders. Aber er war eh meist viel langsamer als ich, deshalb habe ich das gar nicht so mitbekommen. Auch sein TikTok-Video kenne ich nicht, darüber wurde schon unterwegs, kurz nach seinem Ausscheiden gesprochen. Hab nur das auf Insta gesehen, vermute aber, es ist dasselbe.

Man kann halt nicht alles mögen und Potenzial alleine genügt beim Backyard nicht. Und ja ich kenne Michaels Meinung zum Renntod, Offensichtlich bin ich dafür noch nicht hart genug. Dafür ging mir diesmal, zum ersten Mal überhaupt, die Pfeife nicht auf den Sack. In keiner Runde hatte ich Druck. Oder war davon genervt. Auch eine neue Erfahrung.
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Re: Joels Daily Challenge - Streakrunning

1706
@JoelH

Also ich finde deine Leistung angesichts des erneut mehr als ungünstigen weil heißen Wetters richtig, richtig stark!!! :daumen: :respekt2: Da brauchst du dich überhaupt nicht grämen, den Lauf nach 26 Loops beendet zu haben und kannst absolut stolz auf dich sein.

Wie schon auf Strava geschrieben, bin ich echt gespannt, wieviel Loops du bei für dich passendem Wetter schaffst. Ich hoffe, du hast bald mal Gelegenheit dazu, das auszuloten.
5 km - 21:41 (18.10.2025 - SportScheck Run)
10 km - 44:40 (16.10.2022 - The Great 10K)
HM - 1:38:42 (24.08.2025 - die Generalprobe)
25 km - 02:02:00 (15.05.2022 - S 25)
M - 03:38:13 (25.09.2022 - BM)
50 km - 04:32:07 (17.03.2024 - Werderseelauf)

Re: Joels Daily Challenge - Streakrunning

1707
heikchen007 hat geschrieben: 04.08.2026, 14:22 Also ich finde deine Leistung angesichts des erneut mehr als ungünstigen weil heißen Wetters richtig, richtig stark!!! :daumen: :respekt2: Da brauchst du dich überhaupt nicht grämen, den Lauf nach 26 Loops beendet zu haben und kannst absolut stolz auf dich sein.
Tue ich tatsächlich nicht, also mich grämen. Tue ich wirklich nicht.

Und natürlich bin ich auch stolz. Ich weiß dass nicht sehr viele Leute 175 km laufen gehen, in 26 Stunden. Viele machen das wahrscheinlich nicht mal im Monat.

Ich sag mal so, ich kann mit Lob nur sehr schwer umgehen, mir ist sowas eher peinlich. Ich mach den Kram ja, weil es mir Spaß macht, nicht um irgendwie was besonderes zu erreichen. Frei nach dem Motto: "Beat yesterday" will ich ja nur mein Ego von gestern schlagen.

Okay, hört sich irgendwie verquert an, ist aber so. Darum spart nicht mit Lob, auch wenn ich stets so wirke, als würde ich ihn nicht annehmen wollen.
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Re: Joels Daily Challenge - Streakrunning

1708
Das mit dem Lob kann ich nachvollziehen, das mit den 175 km nicht, weil ich das nüt packe in 26 h. 🙃

Superstarke Leistung jedenfalls. 😄
// Bis auf Parkrun alle bestenlistenfähig | DLV-vermessen
5k = 18:33 (Parkrun, März 2026)
10k = 37:27 (Wolfratshausen, Juli 2026)
HM = 1:22:52 (Zürich, April 2026)
M = 2:56:53 (Bienwald | Kandel, März 2026)

Re: Joels Daily Challenge - Streakrunning

1709
Hallio @JoelH
Ich gratuliere dir herzlich zu deinem Kopf! :daumen: :respekt2:

Er ist deine Vorgesetzte Hauptzentrale, Alles geht von Ihm aus.

Da lässt er sich nicht so einfach von DIR reinreden.
Da wirst du noch etwas Überzeugungsarbeit leisten müssen.
Wie willst du IHM erklären deine Gesundheits aufs Spiel zu setzen, in der Hitze und gleichzeitiger Magenüberlastung?
Der kommt an Informationen dran die Du überhaupt nicht kennst.

Sei dankbar und überreiche IHM einen Pokal! :pokal:

Danach gewöhne dich an die stetig steigenden Hitzewellen, erkundige dich danach ab wann die Hitze dich ( den Menschen) umbringt.
Anschließend kannst du dich unterhalb dieser Grenze einem HitzeUltratraining unterziehen.
Dann hast du Argumente die deinem Vorgesetztem Kopf überzeugen

Habe ich dir schon mal mitgeteilt dass ich deine Laufleistungen neidlos bewundere?
12.05.2007 / 12.05.2012 / 09.04.2013 / 27.05.2017
...an Tagen wie diesen, wünscht man sich Unendlichkeit
An Tagen wie diesen, haben wir noch ewig Zeit
In dieser Nacht der Nächte, die uns soviel verspricht
Erleben wir das Beste, kein Ende ist in Sicht
(Toten Hosen)
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Eine Woche der absoluten Ruhe mit einem kleinen Peak

1711
Der Backyard war zehrend, deshalb gab es diese Woche praktisch nur Regeneration, also minimum an Laufleistung, einfach nur um die Streak weiterzuführen, die mittlerweile bei Tag 1200 steht.
nur am Freitag gab es etwas Abwechselung. Auf der ganz anderen Seite des Laufenspektrums. Also vom gechillten Backyard ging es zum ~500m Ballern. Eine kleine Spassveranstaltung für 8er Teams im Rahmen der örtlichen Kerwe. In 1:30 Std. soviele Runden absolvieren wie möglich. Also einige Male richtig ballern.
Gar nicht so schlecht. Ich weiß, ich war sicher auch schon mal schneller. Aber für keinerlei Training in diesem Bereich war das gar nicht so schlecht. Es geht noch.
Allerdings hatte ich Samstag und Sonntag echten Muskelkater. Es ist echt eine ganz andere Art des Laufens. Aber es geht noch.
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Urlaubsupdate

1712
Die Zeit rennt, schneller als uns Läufern lieb ist und je älter wir werden, werden wir nicht langsamer, sondern die Zeit rennt immer schneller. Zumindest ist das mein Gefühl.

Und deshalb ist mein Urlaub leider schon wieder seit gut einer Woche Geschichte und dieser Blog seit gefühlt einer Ewigkeit nicht mehr geupdatet. Aber über ein Smartphone Postings zu tippen ist einfach ermüdend.

Viel ist aber auch gar nicht passiert. Das mentale Loch nach dem Backyard zog sich noch ein wenig dahin und dann stand schon der Trailmarathon an und es war wieder nicht angezeigt viel zu laufen.

Der Marathon hatte es dann in sich. Ich kann Berge einfach nicht. Am Anfang sehr flott angegangen. Unterwegs tatsächlich auf schwedisch kommuniziert, obwohl ich das ja eigentlich gar nicht wirklich spreche. Aber fürs laufen reichte es meist tatsächlich. Dann kam die erste echte Steigung nach ca. 7,5km und es wurde zunehmend technischer. So viele Steine und noch mehr Steine und überhaupt fast nur Steine auf dem Weg. Und damit meine ich keinen netten Schotter, sondern einfach nur fette Brocken, wild zusammengewürfelt. Da kam ich dann sehr schnell an meine Limits, da fehlt dann doch die Technik, obwohl ich sicherlich nicht der schlechteste bin. Aber das war eine andere Liga an Weg, die gibt's bei uns zuhause so gar nicht. Keine Ahnung wie der Sieger da trotzdem mit einer 4er Pace drüber bolzen konnte. Wie auch immer, ich fühlte mich langsam, ich fühlte mich schlecht und am Limit und hatte das Gefühl alle laufen an mir vorbei.

Aber so war es gar nicht. AK50+ 12. von 105 Finishern und insgesamt 137. von 768 Finishern ist so schlecht gar nicht. Und ich war auch ganz schön schnell manchmal den Berg hoch, zumindest wenn es nicht zu steil war. Insgesamt ein super Ergebnis, aber ich fühlte mich trotzdem unterwegs als wäre ich komplett am Ende. Aber so soll das wohl auch sein, ansonsten hat man sich ja nicht angestrengt. :klatsch: Aber wenn du bei km 42 eine 35%-Steigung erklimmen musst und dann irgendwo da mitten im Berg stehst und denkst es geht kein Schritt mehr weiter, nur noch zurück. Dann ist das irgendwie erschreckend. Noch erschreckender ist es dann, wenn einen Kilometer weiter eine 15%-Steigung kommt und du nur so denkst: "Alter ist das flach, da kann man ja noch rennen." :hihi: :gruebel: :help:
Aber so war es. Man wächst mit der Herausforderung. Das Höhenprofil. Es hat mich danach einige Tage gekostet, bis ich mich halbwegs wieder bewegen konnte. Vor allem killte mich unsere Ferienwohnung, die die Toilette im EG hatte, mit Wohnbereich im 1. OG. Das war tagelang kein Spass. Einzig beim laufen gehen hatte ich keine Probleme, das ist immer wieder ziemlich seltsam. Ich kann mir keine Socken schmerzfrei anziehen, aber ich kann eine sub 4 Pace den Berg runter ballern ohne etwas zu spüren. Komisch, oder?

Auf jeden Fall habe ich immer noch das Gefühl meine Oberschenkel wären schwer. Aber vielleicht werden die gerade auch einfach dicker von den neuen Muskeln. :verdacht:

Und wie das so ist, nach dem Wettkampf ist vor dem Wettkampf. Am Wochenende stehen wieder 24h an. https://solilauf.org Ein paar Spenden sammeln für einen guten Zweck. Mal sehen wie weit es geht, ich bin ambitioniert, das Wetter soll gut werden. Wir werden sehen. Ich werde berichten.
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Re: Joels Daily Challenge - Streakrunning

1713
Glückwunsch! zum Guten Ergebnis.
Ich liebe deine Wettkampfberichte!
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🥇Overall

1714
Ich habe gewonnen. Ja tatsächlich, ich bin selbst schockiert, das ist unfassbar. Und fast wäre es nie dazu gekommen. Denn wenn eine Freundin von mir nicht zufällig in Urlaub gefahren wäre, dann wäre ich mit ihr wahrscheinlich wandern gegangen anstatt einen 24h-Lauf in Angriff zu nehmen.

Aber so bin ich dann doch beim Solilauf in St. Ingbert gelandet. Durchaus ambitioniert, bei guten Wetterverhältnissen. Meine Frau übernahm den monetären Part der Spenden für den guten Zweck, ich musst nur die Runden laufen um den Betrag zu bestimmen. Die Runde war mit 795m angegeben, relativ flach, aber es gab so einen kleinen Hubbel, mit vielleicht 3hm, der sich durchaus bemerkbar machte im Laufe des Rennens.

Wie das bei Spendenläufen ist, die Strecke war am Anfang richtig voll, aber die Stimmung gut, das Wetter hat gepasst, ich war motiviert. Also forsch rangegangen und das (Haupt)feld mit Rundenpaces von ca. 5:30 vielfach überundet. War nicht immer einfach, da sich ja viele Leute genau diese Läufe aussuchen um ihren Jahreslauf zu machen und sich nicht unbedingt so verhalten wie man es von Läufern gewohnt ist. Und es waren auch viele Kinder unterwegs, die man nie einschätzen kann, in welche Richtung sie sich im nächsten Moment bewegen. Gerade wenn irgendwelche Tiere am Rand der Strecke unterwegs sind. Aber das wusste ich ja vorher und das war tatsächlich auch keine große Sache, aber man muss sich erst drauf einschießen. Tatsächlich genervt war ich nur von den Stock-Walkerclub:innen, die in fünfer Reihen gegangen sind, damit sie sich gegenseitig auch höhen können. Sowas muss echt nicht sein. Aber who cares? Ein kleiner Adrenalinschub jede Runde hat nicht geschadet. Trotzdem war ich froh als es dunkel wurde und die Strecke leerer.

Vorgenommen hatte ich mir 200 Runden, also ca. 160km. Ich wollte diesmal nicht den Fehler machen und wieder komplett zusammenbrechen, sondern mich an die Backyardstrategie halten und konsequente Pausen machen. Funktionierte, wenn auch nicht immer. Das lag aber eher an meinen nachlassenden kognitiven Fähigkeiten. Denn der Plan sah vor jede Stunden 9 oder 10 Runden zu laufen und dann den Rest der Stunden zu pausieren. Mein Basislager stand aber genau auf der Mitte der Runde. Oft hatte ich deshalb einfach schon wieder vergessen in welcher Runde ich bin und wieviel ich noch laufen muss. Deshalb bin ich irgendwann dazu übergegangen und einfach nach Zeit zu stoppen. Des Weiteren habe ich mir, ob des Essens, irgendwann angewöhnt etwas früher los zu gehen und erst in der Folgerunde wieder zu laufen.

So ging der erste Marathon in (+-) 4:27 Stunden durch. Da mich nicht viele Leute unterwegs überholten, dachte ich mir, dass ich ganz gut liege, aber das Rennen war ja noch in der Startphase und noch lang.
Nach sechs Stunden nahm ich dann etwas Tempo raus. Die Sonne war weg und es wurde über Nacht echt frisch. Zum Glück hatte ich im letzten Moment noch eine Jacke eingepackt, sonst wäre ich in den Pausen wohl erfroren. Aber es lief weiterhin sehr gut, unterwegs gab es viele Gespräche mit anderen Läufern. Das mag ich ja am liebsten an diesen Formaten, man hat Zeit zum quatschen ohne Ende. Es hat Spass gemacht. Dazu waren auch noch ein paar Gruppen von jungen Läufern und Läuferinnen unterwegs die Musik mit dabei hatten und immerhin die Nacht durchwalkten bzw. zum Teil auch liefen.
Nachdem ich klargestellt hatte, dass ich kein "Sie" bin, sondern ein "Du", wie jeder andere Läufer auch, kamen auch hier nette Gespräche zustanden.
Nach 12 Stunden hatte ich mir einen Vorsprung von 10 Runden erarbeitet, aber nicht weil ich so schnell war, sondern weil die Verfolger etwas nachließen. Aber was sind schon 8 Kilometer, bei noch 12 Stunden zu gehen? Nix!
Also bewegte ich mich zügig weiter. Und das funktionierte weiterhin gut, ich war nach wie vor auf einem guten Kurs 200 Runden. Sogar einige mehr. Aber ich wusste auch, dass der Mann mit dem Hammer direkt hinter der nächsten Ecke lauern kann.

Nachdem die Zeiten zum frühen Morgen hin langsamer wurde, taute ich mit dem Sonnenaufgang wieder etwas auf und konnte wieder etwas zulegen. Viele sahen mich schon als den Gewinner, aber es waren immer noch 7 Stunden zu laufen. Ich war bei ca. 130km angelangt und mir relativ sicher, dass ich mein Ziel erreichen werden würde. Immerhin hätte ich dafür "nur" durchwandern müssen. Aber auch das kann sehr hart sein.

Allerdings hatte ich mittlerweile meinen Vorsprung auf 23 Runden ausgebaut. Umgerechnet auf die Paces die angeschlagen wurden, waren das gut 2:30 Stunden. Also begann ich etwas taktischer an die Sache ran zu gehen. Ich schaute fast nur noch auf die Konkurrenz und ließ mich vom nächsten Verfolger einfach nicht mehr überholen. Dadurch wurde ich zwar insgesamt langsamer. Aber ich wollte jetzt nichts mehr riskieren. Warum freiwillig in einen Hungerast rennen, wenn es nicht nötig ist. Lieber unterhielt ich mich mit den Leuten, die zumeist mich ansprachen. Viele gratulierten schon. Es war der Wahnsinn. Und der Körper funktionierte noch immer. Auch wenn mittlerweile meinen gewohnten Schmerzstellen schmerzten. Rennen ging zwar noch, aber ich reagierte eher, als dass ich agierte.

Ich war mir echt noch nicht sicher. Auch 4 Stunden vor dem Ende dachte ich noch an die Leute hinter mir, die ja in der Zeit einen Marathon abreißen könnten und plötzlich an mir vorbeispringen. Das war zwar völlig irrational. Aber an was soll man sonst denken? Immerhin hielten mich diese Gedanken in Bewegung, zudem unterstützten mich die anderen, die mich mich immer wieder mitzogen. Es lief einfach super, aber ich war im Verwaltungsmodus, mit etwas mehr Hingabe hätte ich ggf. die 180 km angreifen können. Aber es war nicht nötig und ich wollte nichts riskieren. Es war schon hart genug.

Und es ging dem Ende entgegen. Tatsächlich fühlten sich die letzten 7 Stunden an, als vergingen sie im Fluge. Das fasziniert mich immer wieder. Am Anfang passiert gefühlt ewig nichts und man kommt gefühlt nicht vorwärts. Und am Ende ist es genau umgekehrt. Man kommt nicht mehr richtig vorwärts aber es fühlt sich an als würde die Zeit nur so verfliegen. Seltsam wie das Gehirn einen selbst schützt mit wirren Gedanken. Vermute ich.

Da die Duschen nicht direkt anbei waren, sondern man etwas fahren musste, skippte ich die letzte halbe Stunden zugunsten einer warmen Dusche vor der Siegerehrung. War das arrogant? Ich denke nicht. Ich wollte einfach geduscht hin und die Ehrung war ziemlich zeitnah. So wurden es "nur" offizielle 173,886 km. Ich hätte also theoretisch meine Maximaldistanz, die ich je in einem Stück gelaufen bin, überbieten können. Aber die Dusche war mir wichtiger, es ist unfassbar wie dreckig man auf einer Parkschotterpiste wird, die staubtrocken ist.

Der Wahnsinn. 24h-Lauf gewonnen. Hätte ich nie gedacht und die Leistung war auch gut. Natürlich laufen viele Leute deutlich weiter. Aber wer nicht da ist, der zählt nicht.

Aber was noch viel wichtiger ist. Es hat endlich funktioniert mit den 24 Stunden. Keine taktischen Fehler, keine Wetterunbillen etc. Einfach ein fast perfektes Rennen ohne Probleme. Zwar keine 180 km aber ich denke, die hätte ich rauskitzeln können, wenn es nötig geworden wäre. Ich bin also rundum zufrieden und stolz auf meine Leistung.

219 Runden wurden es, je Runde spendete meine Holde 50ct. Ich denke das hat sich gelohnt, für alle.

Was habe ich verbraucht?
ca. 25 Gels, 2l Cola, 3l Wasser, 2l KH-Mischung, 3 Bananen, 6 Waffeln (kleine), 6 Pfannkuchen (selfmade), 250g Pistaziencreme.

Was kommt als nächstes? Regeneration. Und in zwei Wochen ein 6-Std.-Lauf. Da sollte dann wieder die 5:30er Pace angezeigt sein, allerdings ohne die Pausen unterwegs. Ich werde berichten.

PS:
Funfakt 1) Ich bin einige Runden mit Nasenatmung gelaufen, sogar relativ schnelle. Ging Problemlos. Was wohl an Funfakt 2 liegt
Funfakt 2) Durchschnittliche HF von 95 über alles. Habe ich überhaupt Sport gemacht? Das scheiden sich wahrscheinlich die Geister. In einer Pause fiel er auf 69 runter
Zuletzt geändert von JoelH am 08.09.2026, 10:54, insgesamt 1-mal geändert.
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Dankeschön

1718
@heikchen007 & @Leissprecher & @Hauptmieter

Vielen Dank. :hurra: Auch danke, dass ihr mich auf diese Ultraschiene gelotst habt.

btw. habe mal aus Interesse bei DUV-Statistics geschaut, mit diesem Lauf bin ich in meiner Altersklasse auf der Drei für dieses Jahr in Deutschland (noch ist der Lauf nicht gemeldet, aber das kommt sicher noch). Das ist wirklich gut, tatsächlich. Verrückt.
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Re: 🥇Overall

1719
JoelH hat geschrieben: 08.09.2026, 10:24 Ich habe gewonnen. Ja tatsächlich, ich bin selbst schockiert, das ist unfassbar. Und fast wäre es nie dazu gekommen.
Funfakt 1) Ich bin einige Runden mit Nasenatmung gelaufen, sogar relativ schnelle. Ging Problemlos. Was wohl an Funfakt 2 liegt
Funfakt 2) Durchschnittliche HF von 95 über alles. Habe ich überhaupt Sport gemacht? Das scheiden sich wahrscheinlich die Geister. In einer Pause fiel er auf 69 runter
:respekt2: :pokal: :beten2: :party:
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An Tagen wie diesen, haben wir noch ewig Zeit
In dieser Nacht der Nächte, die uns soviel verspricht
Erleben wir das Beste, kein Ende ist in Sicht
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